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Über Lungenkrebs
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Über Lungenkrebs

Das Wichtigste in Kürze zu Lungenkrebs

Lungenkrebs wird in der Fachsprache auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt. Er bezeichnet bösartige Tumore, die aus Lungengewebe entstehen. Diese Tumore schädigen das Gewebe und beeinträchtigen die überlebenswichtige Funktion der Lunge. Typische Lungenkrebs Symptome und Lungenkrebs Anzeichen können je nach Stadium unterschiedlich sein.

In der Schweiz ist Lungenkrebs bei Männern die zweit- und bei Frauen die dritthäufigste Krebsart. Weltweit zählt Lungenkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Jedes Jahr erhalten rund 2700 Männer und 1900 Frauen in der Schweiz die Diagnose. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren. Viele Betroffene fragen sich, was genau Lungenkrebs ist und welche Lungenkrebs Ursachen eine Rolle spielen.

Expert:innen unterscheiden grundsätzlich zwei Formen:

  1. Kleinzelliger Lungenkrebs (Small Cell Lung Cancer, SCLC)
  2. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (Non-Small Cell Lung Cancer, NSCLC)

Beide Arten unterscheiden sich in Verlauf, Behandlung und Prognose. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zum NSCLC, der mit etwa 90 Prozent aller Diagnosen die häufigste Form von Lungenkrebs ist.

Was ist Lungenkrebs

Unser Körper besteht aus Milliarden von Zellen. Sie teilen sich regelmässig, damit alte Zellen durch neue ersetzt werden. Dieses präzise regulierte System stellt sicher, dass immer die richtige Anzahl an Zellen vorhanden ist. Verschiedene Faktoren können jedoch das Erbgut schädigen. Dadurch kann sich eine gesunde Körperzelle in eine entartete Krebszelle verwandeln. Solche Veränderungen zählen zu den wichtigsten Lungenkrebs Ursachen.

Krebszellen reagieren häufig nicht mehr auf Signale des Körpers, zum Beispiel auf Stoppsignale für die Zellteilung. Sie vermehren sich unkontrolliert und es entsteht ein Tumor. Gleichzeitig können Krebszellen in umliegendes Gewebe eindringen. Über Blutbahnen und Lymphbahnen können sie sich im gesamten Körper ausbreiten. Auf diese Weise entstehen Lungenkrebs Metastasen, also Tochtergeschwulste, die sich an anderen Körperstellen bilden. Diese Metastasen können zusätzliche Lungenkrebs Symptome und Lungenkrebs Anzeichen verursachen, abhängig davon, wo sie sich ansiedeln.

Aufbau der Lunge

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die wiederum aus Lungenlappen bestehen. Der linke Lungenflügel besitzt zwei Lungenlappen, der rechte drei. In ihrer Struktur ähnelt die Lunge einem Baum. Von der Luftröhre, der Trachea, gehen die Hauptbronchien als grosse Äste ab. Diese verzweigen sich in der Lunge weiter in kleinere Bronchien und in Bronchiolen als feinere Zweige. Am Ende der kleinsten Bronchiolen sitzen rund 300 Millionen Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen, in denen der Gasaustausch stattfindet. Beim Einatmen nehmen wir Sauerstoff auf, der für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt wird, und beim Ausatmen geben wir Kohlendioxid wieder ab.

Podcast Folgen Leben mit Krebs
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Im Podcast Leben mit Krebs kommen Betroffene, Angehörige sowie Expert:innen zu Wort, um über innere Haltung und Kommunikation bei Krebs zu sprechen. In den Staffeln werden unterschiedliche Perspektiven der Betroffenen und Angehörigen beleuchtet, typische Fallstricke beschrieben und hilfreiche Tipps ausgetauscht.

Die Ursachen von Lungenkrebs

Es gibt Risikofaktoren, die die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen können. Diese Risikofaktoren werden in erworbene Faktoren, also exogene Faktoren, und genetische Faktoren, also endogene Faktoren, unterteilt. Erworbene Risikofaktoren entstehen durch äussere Einflüsse, die Körperzellen schädigen und zu Erbgutveränderungen, also Mutationen, führen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Rauchen, auch Passivrauchen
  • berufliche Einflüsse wie den Kontakt mit krebserregenden Substanzen, zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Quarzstäube, Cadmium oder Chrom in der Bauindustrie, Chemieindustrie, im Bergbau, in KFZ-Schlossereien oder in Lackierereien
  • hohe Schadstoffbelastung wie Asbest, Feinstaub oder Abgase
  • Strahlenbelastung durch Röntgen oder natürliches Radon
  • Chronische Infektion der Lunge

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie zwangsläufig an Lungenkrebs erkranken, wenn Sie einem oder mehreren dieser Risikofaktoren ausgesetzt sind. Änderungen des Lebensstils oder Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz können das Risiko für eine Erkrankung reduzieren.

Lungenkrebs kann aber auch entstehen, wenn Sie gesund leben und keinem äusseren Risikofaktor ausgesetzt sind. In solchen Fällen können eine genetische Vorbelastung oder eine spontane Mutation die Ursache sein. Eine Erbgutveränderung entsteht, wenn bei der Verdopplung der DNA vor der Zellteilung ein Fehler auftritt, der nicht korrigiert wird. Kinder, deren Eltern an Lungenkrebs erkrankt sind, haben ein doppelt so hohes Risiko, selbst zu erkranken, verglichen mit Kindern, in deren Familie kein Bronchialkarzinom vorkommt.

Lungenkrebs kann somit durch externe Risikofaktoren oder durch genetische Faktoren verursacht werden.

Lungenkrebs kann sowohl durch externe Risikofaktoren als auch durch genetische Faktoren, also endogene Faktoren, verursacht werden.

Eine Vorbeugung von Lungenkrebs ist nicht eindeutig möglich. Sie können lediglich die bekannten Risikofaktoren verringern, sich sportlich betätigen und sich ausgewogen sowie gesund ernähren. Unumstritten ist ausserdem, dass eine frühe Erkennung den Therapieerfolg verbessern kann, jedoch existiert bisher keine effektive Früherkennung für Lungenkrebs.

Anzeichen und Symptome bei Lungenkrebs

Wie bei vielen Krebserkrankungen sind auch bei Lungenkrebs die Symptome nicht immer eindeutig. Es gibt initiale Symptome, die auf den Primärtumor in der Lunge zurückzuführen sind, sowie metastasenbedingte Symptome, die durch Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen entstehen. Folgende initiale Symptome können unter anderem bei einem Lungenkarzinom auftreten. Nicht jedes dieser Symptome deutet jedoch zwangsläufig auf einen Tumor hin:

  • lang anhaltender Husten, der sich plötzlich verschlimmert
  • wochenlanger trockener oder feuchter Husten, teilweise mit blutigem Auswurf
  • Luftnot, Kurzatmigkeit und pfeifende Atemgeräusche
  • Schmerzen in der Brust
  • Heiserkeit, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Bronchitis oder Erkältung, die auch bei Behandlung nicht besser wird, wiederkehrende Atemwegsinfekte
  • Schmerzen, zum Beispiel Kopf- oder Brustschmerzen
  • allgemeiner Kräfteverlust und Schwächegefühl
  • B-Symptome: ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Fieber und Nachtschweiss

Mögliche metastasenbedingte Symptome können unter anderem folgende sein:

  • Schwellung der Lymphknoten (bei Lymphknotenmetastasen)
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Lähmungen, Kopfschmerzen sowie Wesensveränderungen (bei Hirnmetastasen)
  • Gelbsucht, also eine Gelbfärbung von Haut und Augen, oder Juckreiz (bei Lebermetastasen)
  • Knochenschmerzen oder Brüche (bei Knochenmetastasen)
  • Rücken- oder Bauchschmerzen, Blutungen oder selten eine Dysfunktion der Nebennieren (bei Nebennierenmetastasen, diese sind jedoch eher selten)

Zu Beginn verläuft die Erkrankung oft symptomfrei, und etwa 10 Prozent der Patient:innen weisen bei der Diagnose keine Symptome auf. Dies führt dazu, dass Lungenkrebs häufig erst spät entdeckt wird, weil Patient:innen entweder zu spät zu ihr:er Ärzt:in gehen oder sich die Überweisung zu ihr:er Fachärzt:in verzögert. Eine Diagnose in einem frühen Stadium der Erkrankung ist meist Zufall. Rund 80 Prozent der Patient:innen erhalten ihre Diagnose erst im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium. Je früher das Bronchialkarzinom diagnostiziert wird, desto besser lässt es sich behandeln.

Diagnose von Lungenkrebs

Achten Sie auf sich und auf mögliche Anzeichen, die Ihnen ungewöhnlich vorkommen und auf ein Lungenkarzinom hinweisen können. Je früher ein Lungenkarzinom entdeckt wird, desto besser ist es behandelbar. Dabei kommen verschiedene Diagnoseverfahren zum Einsatz. Ziel ist es, den Tumor möglichst genau zu bestimmen, um die beste Therapie festlegen zu können. Folgende Untersuchungen können Ärzt:innen zuerst durchführen und werden daher Basisdiagnostik genannt:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung
  • bildgebende Verfahren (CT)
  • histologische Untersuchungen, zum Beispiel eine Bronchoskopie zur Biopsiesicherung
  • molekularbiologische Untersuchungen (Sequenzierung)
  • immunhistologische Untersuchungen (Immunoassays)

Wichtig ist für Sie zu wissen, dass eine gute und zuverlässige Diagnostik erforderlich ist und es etwas Zeit dauern kann, bis die Ergebnisse vorliegen. Bei der Computertomografie erhalten Sie die Ergebnisse meist nach einigen Tagen. Bei immunhistologischen Untersuchungen kann es ebenfalls mehrere Tage dauern, und bei molekularbiologischen Untersuchungen je nach Testmethode bis zu zwei Wochen. Wenn Sie Fragen zu den diagnostischen Verfahren oder zu den Ergebnissen haben, scheuen Sie sich nicht, diese Ihr:er Ärzt:in oder dem Behandlungsteam zu stellen. Je besser Sie Ihre Erkrankung verstehen, desto besser können Sie in die Entscheidungen einbezogen werden.

Arztgespräche gut vorbereiten

Nehmen Sie zu den Arztgesprächen eine Begleitperson mit, denn vier Ohren hören mehr als zwei. Das ist auch per Telefon oder Videoanruf möglich. Notieren Sie sich Ihre Fragen im Voraus und schreiben Sie – oder Ihre Begleitung – die Antworten mit.

Anamnese, körperliche Untersuchung und Blutuntersuchung

Bei einem Verdacht auf Lungenkrebs macht sich Ihr:e Ärzt:in zuerst in einem ausführlichen Gespräch, der Anamnese, ein Bild von Ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte. Dabei fragt er:sie Sie beispielsweise nach Ihren Lebensgewohnheiten, potenziellen Risikofaktoren, aktuellen Beschwerden und bestehenden Erkrankungen. Dazu gehören auch familiäre Vorerkrankungen. Bei der anschliessenden körperlichen Untersuchung misst Ihr:e Ärzt:in unter anderem den Blutdruck, hört Herz und Lunge ab, kontrolliert die Lymphknoten und tastet den Bauchraum ab.

Zusätzlich nimmt Ihr:e Ärzt:in Blut für die Laboruntersuchung ab. Aus dem Blutbild und weiteren Werten wie Leber- und Nierenwerten kann er:sie Rückschlüsse auf den gesundheitlichen Zustand ziehen.

Bildgebende Verfahren

Es gibt verschiedene bildgebende Verfahren, die bei der Diagnose eines Bronchialkarzinoms eingesetzt werden können. Zuerst wird meist mittels Computertomografie, also CT, festgestellt, ob ein Tumor in der Lunge vorhanden ist und ob er sich bereits auf benachbartes Gewebe oder Lymphknoten ausgebreitet hat. Die CT kann auch Bereiche der Lunge darstellen, die durch Strukturen des Brustraums überlagert sind und daher im Röntgenbild oder im Ultraschall nicht sichtbar wären. So erhält Ihr:e Ärzt:in genaue Informationen über die Grösse, die Lage und die Ausdehnung des Tumors sowie über eine mögliche Ausbreitung auf andere Organe. Eine noch genauere Bestimmung ist mit einer Positronen-Emissions-Tomografie-CT, also PET-CT, möglich. Alternativ kann eine Magnetresonanztomografie, also MRT, eingesetzt werden.

Histologische Untersuchungen

Histologische Untersuchungen

Histologie ist die Lehre von Geweben. Hierbei wird das Tumorgewebe genauer untersucht. Die Gewebeentnahme kann entweder im Rahmen einer Bronchoskopie oder einer transthorakalen Punktion, also einer Punktion durch den Brustkorb, erfolgen. Dabei werden Gewebeproben aus der Lunge und aus dem Tumor entnommen und anschliessend unter dem Mikroskop untersucht.

Bei der Lungenspiegelung führt Ihr:e Ärzt:in einen biegsamen, dünnen Schlauch durch den Mund oder die Nase über die Luftröhre bis in die Lunge, um Gewebeproben oder Zellen durch eine Spülung, also eine Lungenlavage, oder durch einen Bürstenabstrich zu entnehmen. Auf diese Weise kann zum Beispiel festgestellt werden, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist. Die Lungenspiegelung ist die wichtigste Methode zur Diagnosesicherung.

Kann bei einer Lungenspiegelung kein Gewebe gewonnen werden, entnimmt Ihr:e Ärzt:in die Proben durch eine transthorakale Punktion. Dabei wird das Gewebe mithilfe einer dünnen Nadel, also einer Feinnadelbiopsie, entnommen, zum Beispiel aus dem Tumor oder aus den Lymphknoten. Eine besondere Form der Biopsie ist die Mediastinoskopie, bei der Proben aus den Lymphknoten im Raum zwischen den Lungenflügeln gewonnen werden. Dadurch kann Ihr:e Ärzt:in unter anderem das Tumorstadium bestimmen oder erkennen, ob die Lymphknoten bereits befallen sind.

Warum die Untersuchung der Lymphknoten wichtig ist

Warum ist Ihr:e Ärzt:in so besonders an den Lymphknoten interessiert? Sie sind für die Bestimmung des Stadiums und für die anschliessende Behandlung von grosser Bedeutung. Denn von den Lymphknoten aus können sich Tumorzellen leicht im restlichen Körper verteilen. Deshalb ist es wichtig, genau zu untersuchen, ob und in welchem Ausmass sie betroffen sind.

Eine Untersuchungsmethode, die keinen Eingriff erfordert, ist die Analyse des Auswurfs, also des Sputums. Dabei wird der Auswurf untersucht, der beim Husten abgegeben wird. Er enthält Zellen der Schleimhaut aus den Bronchien oder anderen Teilen der Lunge, die anschliessend analysiert werden können. Diese Methode ist jedoch nicht besonders aussagekräftig.

Anhand der histologischen Eigenschaften lässt sich der NSCLC in vier Unterformen einteilen:

  • Adenokarzinom (entsteht aus den Zellen des Drüsengewebes der Lunge)
  • Plattenepithelkarzinom (entsteht aus den Schleimhautzellen im Bereich der Bronchien)
  • grosszelliges Karzinom (wenn weder ein Adenokarzinom noch ein Plattenepithelkarzinom vorliegt)
  • sonstige nicht kleinzellige Lungenkarzinome

Molekularbiologische Untersuchungen

Eine Krebserkrankung entsteht durch Mutationen im Erbgut. Diese Erbgutveränderungen können das Zellwachstum anregen und dazu führen, dass sich Tumorzellen unbegrenzt teilen. Mutationen, die das Zellwachstum fördern, heissen Treibermutationen. Es sind zahlreiche dieser Mutationen bekannt. Die häufigsten bei Lungenkrebs sind: KRAS-Mutation, EGFR-Mutation, ALK-Translokationen, BRAF-Mutation, ROS1-Translokationen und NTRK-Fusion. Welche Mutationen genau vorliegen, kann sehr unterschiedlich sein und hat einen grossen Einfluss auf die Wahl und Wirksamkeit der Therapie. Sie dienen als Biomarker und geben Hinweise darauf, welche Therapie benötigt wird. Aus diesem Grund ist es für den bestmöglichen Therapieerfolg sehr wichtig, den Tumor auf Mutationen zu untersuchen.

  1. KRAS-Mutation:
    Hier liegt eine Mutation im KRAS-Gen vor, durch die es zu vermehrten und unkontrollierten Zellteilungen kommt.
  2. EGFR-Mutation:
    Der epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor, also EGFR, ist ein Molekül auf der Zelloberfläche. Bei einer Mutation in diesem Genelement ist der EGFR dauerhaft aktiviert und verursacht eine unkontrollierte Zellteilung.
  3. ALK-Translokation:
    Normalerweise ist das Protein anaplastische Lymphomkinase, also ALK, in Körperzellen nur selten aktiv. Liegt jedoch eine Mutation vor, wird ALK dauerhaft aktiviert und fördert das unkontrollierte Tumorwachstum.
  4. BRAF-Mutation:
    Hier liegt eine Mutation im BRAF-Gen vor, welche die BRAF-Serin-Threonin-Kinase dauerhaft aktiviert und eine übermässige Vermehrung der Tumorzellen bewirkt.
  5. ROS1-Translokation:
    Veränderungen im ROS1-Gen führen ebenfalls zu einer übermässigen Vermehrung der Tumorzellen. Sie sind selten und ähneln der ALK-Translokation.
  6. NTRK-Fusion:
    Durch spezielle Mutationen, sogenannte Translokationen der NTRK-Gene mit anderen Genen, können Fusionsproteine entstehen, die das Tumorwachstum fördern.

Bestimmung von Mutationen

Doch wie werden solche Mutationen bestimmt? Dafür wird eine genetische Untersuchung durchgeführt. Aus der durch eine Biopsie gewonnenen Tumorprobe wird die DNA der Zellen isoliert und auf Veränderungen untersucht. So können Mutationen identifiziert werden. Besonders häufig kommt hierbei das Next-Generation-Sequencing, also NGS, zum Einsatz. Mit dieser Methode lassen sich DNA-Proben sehr schnell und mit hoher Genauigkeit analysieren. Dadurch kann das Erbgut – im Gegensatz zu früher – auf mehrere Mutationen gleichzeitig untersucht werden.

Alternativ zur herkömmlichen Biopsie kann die Tumor-DNA auch aus dem Blut der betroffenen Person gewonnen werden. Diese moderne Methode nennt sich Flüssigbiopsie. Sie kann bereits sehr kleine Mengen an Tumorerbgut im Blut nachweisen. Eingesetzt wird sie jedoch nicht bei der Erstdiagnose, sondern erst im weiteren Verlauf der Erkrankung.


Prof. Daniel Betticher erklärt im Videointerview, warum es wichtig ist, den Mutationsstatus seines Lungenkrebses zu kennen und welche Vorteile zielgerichtete Medikamente für Betroffene haben.


Immunhistologische Untersuchungen

Durch eine immunhistologische Untersuchung können zusätzliche Biomarker bestimmt werden, die eine wichtige Rolle für die Therapieentscheidung spielen. Bei Lungenkrebs ist dies beispielsweise PD-(L)1. Diese Strukturen können auf der Oberfläche von Tumorzellen vorkommen und bieten einen wichtigen Angriffspunkt für eine Immuntherapie.

Biomarker, die ein Ansprechen der Therapie vorhersagen, werden prädiktive Biomarker genannt.


Einteilung in Krankheitsstadien bei Lungenkrebs

Die Einteilung des NSCLC in Stadien dient dazu, genau festzulegen, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Neben der Lage und der Grösse des Tumors spielt es eine wichtige Rolle, ob der Krebs bereits Lymphknoten im Brustraum befallen hat oder ob Metastasen in anderen Organen, also Fernmetastasen, entstanden sind. Diese Einteilung fliesst auch in die Entscheidung ein, welche Therapie am besten geeignet ist.

Lungenkrebs lässt sich anhand der sogenannten TNM-Klassifikation einteilen:

Kategorie
Beschreibung
Kategorie
T (Tumor)
Beschreibung
Gibt die Grösse des Tumors an (T1 bis T4, T1 ist die kleinste Kategorie)
Kategorie
N (lat. Nodus, Knoten)
Beschreibung
Besagt, ob und wie viele Lymphknoten befallen sind (N0 bis N3, bei N0 sind keine Lymphknoten befallen)
Kategorie
M (Metastasen)
Beschreibung
Gibt an, ob Metastasen vorhanden sind (M0 bis M1, M0 heisst keine Metastasen)

Tabelle 1: TNM-Klassifikation

Zudem erfolgt die Stadieneinteilung nach den sogenannten UICC-8-Kriterien:

Einteilung in Krankheitsstadien bei Lungenkrebs

Übersicht der Stadien bei Lungenkrebs

Übersicht der Stadien bei Lungenkrebs

Metastasen bei Lungenkrebs

Metastasen treten im fortgeschrittenen Stadium oder auch bei einem wiedergekehrten, also rezidivierten, Lungenkarzinom auf. Sie können in unterschiedlichen Bereichen des Körpers entstehen. Besonders häufig betroffen sind die Lymphknoten, die Knochen, die Leber, die Nebenniere und das Gehirn. Es können sich jedoch auch neue Tumoren im gleichen oder im anderen Lungenflügel bilden.

Um solche Metastasen zu erkennen, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, zum Beispiel ein MRT, ein PET-CT oder ein CT des Kopfes oder anderer Körperbereiche. Zur Bestimmung von Knochenmetastasen kann die Knochenszintigraphie ergänzend eingesetzt werden. Diese Untersuchungen auf Metastasen werden Ausbreitungsdiagnostik genannt.

Lebenserwartung und Heilungschance bei Lungenkrebs

Die Prognose ist bei jede:r Patient:in individuell. Sie hängt vom Stadium, vom Genotyp, von der Histologie, vom Geschlecht, vom Allgemeinzustand und von möglichen Komorbiditäten ab. Aufgrund der immer mehr und besser werdenden Therapiemöglichkeiten hat sich die Prognose für Lungenkrebs Patient:innen in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Fragen nach der Diagnose
Fragen nach der Diagnose

Die Diagnose Lungenkrebs wirft vermutlich auch bei Ihnen viele Fragen auf – Fragen, die Sie im nächsten Beratungsgespräch stellen können. Damit Sie keine vergessen, notieren Sie diese am besten direkt. Hier finden Sie eine Checkliste mit Fragen, die auch für Sie relevant sein kann. Sie können die Liste herunterladen und eigene Fragen ergänzen.

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