
Das Multiple Myelom kann Ihr Leben stark beeinflussen, sowohl körperlich als auch seelisch. Welche Symptome treten bei Ihnen auf? Wie lassen sich diese lindern? Wie gehen Sie mit den neuen Gefühlen um? Wie können Ihre Familie und Ihre Freund:innen Sie unterstützen? In diesem Abschnitt finden Sie praktische Tipps und Ratschläge, wie Sie besser mit dem Multiplen Myelom und seinen Symptomen umgehen und Ihren Alltag leichter gestalten können.
Möglicherweise haben Sie sich zunächst ziemlich allein gefühlt, als Ihr Multiples Myelom diagnostiziert wurde. Neben Ihrer Familie und Ihren Freund:innen gibt es aber auch ein Behandlungsteam aus medizinischen Fachpersonen, welches Sie auf jedem Schritt Ihrer Therapie begleitet. Darüber hinaus können Sie sich jederzeit an Patientenorganisationen wenden, die zusätzliche Unterstützung bieten. Weitere Informationen dazu finden Sie weiter unten.
Ihr Behandlungsteam ist interdisziplinär zusammengesetzt. Das bedeutet, dass Spezialist:innen aus unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten zusammenarbeiten, um Ihr Wohlergehen sicherzustellen. Wenn Sie wissen, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten die einzelnen Fachpersonen haben, können Sie sich gezielt Fragen überlegen und diese bei Ihren Behandlungsterminen ansprechen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der medizinischen Fachpersonen, mit denen Sie im Laufe Ihrer Therapie wahrscheinlich in Kontakt kommen. Durch Anklicken erhalten Sie jeweils weitere Informationen.
Sie haben wahrscheinlich zunächst Ihr:e Hausärzt:in aufgesucht, als Sie krank wurden. Diese:r ist in der Regel auch während Ihrer Behandlung Ihre erste Ansprechperson für gesundheitliche Fragen.
Ihr:e Hausärzt:in wird Sie an eine:n Spezialist:in im Bereich des Multiplen Myeloms überwiesen haben. Diese:r ist entweder ein:e internistische:r Onkolog:in oder ein:e Hämatolog:in. Onkolog:innen sind Fachärzt:innen für die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen, während Hämatolog:innen Spezialist:innen für Erkrankungen des Blutes sind.
Möglicherweise werden Sie an eine:n Radioonkolog:in überwiesen. Das ist ein:e Ärzt:in, die:der auf die Behandlung von Krebs durch Strahlentherapie spezialisiert ist.
Ein:e orthopädische:r Chirurg:in ist ein:e Fachärzt:in für Knochenchirurgie, die:der orthopädische (knochenbedingte) Probleme, die im Laufe der Therapie auftreten können, behandelt.
Die onkologische Fachpflegeperson ist speziell dafür ausgebildet, in enger Zusammenarbeit mit Ihrem:Ihrer Hämatolog:in oder Onkolog:in, Ihre Versorgung zu koordinieren und Behandlungen zu verabreichen.
Sozialarbeiter:innen unterstützen Sie bei psychischen, körperlichen oder auch finanziellen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Multiplen Myelom. Sie beraten Patient:innen zudem über praktische Unterstützungsangebote, die im Alltag hilfreich sein können.
Das Leben mit einem Multiplen Myelom kann schwierig sein und für viele Betroffene auch eine psychische Belastung darstellen. In solchen Situationen kann es hilfreich sein, mit einer:m Psychiater:in oder Psycholog:in, zu sprechen.*
*Was ist der Unterschied zwischen einem:einer Psychiater:in und einem:einer Psycholog:in?
Ein:e Psychiater:in ist Fachärzt:in für die Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen.
Ein:e Psycholog:in ist keine Ärzt:in, sondern eine Person, die in Gesprächstherapie und Humanpsychologie ausgebildet ist. Psycholog:innen dürfen keine Medikamente verschreiben.
Das Multiple Myelom und seine Therapie können zu Ernährungsproblemen führen. Ein:e staatlich geprüfte:r Ernährungsberater:in kann Ihnen helfen, sich während Ihrer Therapie möglichst gesund zu ernähren. Ihr:e Ernährungsberater:in kann Ihnen auch Nahrungsmittel oder Getränke empfehlen, die Ihnen bei folgenden Beschwerden helfen können:
Apotheker:innen geben nicht nur Medikamente aus, sondern sind auch eine wertvolle Informationsquelle. Sie können Sie darüber informieren,
Da das Multiple Myelom die Knochen befällt, können auch Kiefer und Zähne betroffen sein. Falls Ihr:e Zahnärzt:in nicht bereits mit den Bedürfnissen von Menschen mit Multiplem Myelom vertraut ist, sollten Sie sie:ihn darüber informieren, welche Medikamente Sie einnehmen, oder ihr:ihm die Informationen Ihrem:Ihrer Fachärzt:in weiterleiten. So können notwendige Behandlungen sorgfältig geplant werden.
Da ein Multiples Myelom langsam wächst, hat etwa ein Drittel der Betroffenen keine Symptome. Wenn Beschwerden auftreten, dann häufig nur zeitweise. Mit Fortschreiten der Erkrankung nehmen die Symptome jedoch meist zu und treten häufiger auf.1
Die am häufigsten auftretenden Symptome sind im Folgenden aufgelistet. Klicken Sie auf ein Symptom, um mehr darüber zu erfahren und Tipps zum Umgang zu erhalten.
Sie sollten jedoch stets Ihr:e Ärzt:in oder eine Pflegeperson zu Rate ziehen, wenn Symptome bei Ihnen auftreten. Insbesondere dann, wenn plötzliche Veränderungen eingetreten sind.
Ein typisches Symptom des Multiplen Myeloms sind Knochenschmerzen, die sich als dumpfer Dauerschmerz bemerkbar machen. Dies grösstenteils im Bereich des Rückens, der Rippen oder der Hüften.
Legen Sie eine Wärmflasche oder Eisbeutel/Kühlkompressen auf die betroffene Stelle.2
Eine Schädigung von Nerven (eine sogenannte «periphere Neuropathie») kann Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen hervorrufen. Sowohl das Multiple Myelom selbst als auch Nebenwirkungen bestimmter Therapien können die Ursache dafür sein.2
Halten Sie Hände und Füsse stets warm.
Fatigue ist ein häufiges Symptom des Multiplen Myeloms, kann aber auch als Nebenwirkung von Therapien auftreten.3
Das Myelom kann die Anzahl an roten Blutkörperchen in Ihrem Körper verringern und dadurch eine Anämie (einen durch zu wenig rote Blutkörperchen verursachten Eisenmangel) hervorrufen. Extreme Müdigkeit ist ein Anzeichen einer Anämie.3
Ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf eisenreiche Lebensmittel.
Das Multiple Myelom beeinträchtigt das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr gegen Infektionen und Krankheiten. Auch bestimmte Medikamente zur Behandlung des Multiplen Myeloms können die Immunabwehr zusätzlich schwächen. Dadurch steigt das Risiko, dass Sie anfälliger für Infektionen werden.3
Eine Infektion äussert sich normalerweise in Form von Fieber (über 38 °C). Zudem können folgende Symptome auftreten:3
Wenn Sie Anzeichen einer Infektion haben, wenden Sie sich unverzüglich an Ihr:e Ärzt:in oder eine Fachpflegeperson.
So verringern Sie Ihr Infektionsrisiko
Das Multiple Myelom ist die häufigste Ursache für eine eingeschränkte Nierenfunktion. Auch bestimmte Medikamente können die Nieren zusätzlich belasten. Typische Anzeichen für Nierenprobleme sind starkes Durstgefühl, Übelkeit und häufiges Wasserlassen.2
So schützen Sie Ihre Nieren
Unsicherheit und negative Gefühle sind eine ganz natürliche Reaktion, wenn man mit der Diagnose Multiples Myelom konfrontiert wird. Viele Betroffene fühlen sich verwirrt, ängstlich, niedergeschlagen oder sogar wütend und ziehen sich zunächst zurück. Solche Gefühle sind menschlich, und jeder reagiert auf seine Weise auf eine so schwierige Situation.
Wenn Sie Ängste im Zusammenhang mit Ihrer Erkrankung oder der Therapie des Multiplen Myeloms haben, sprechen Sie offen mit einer der medizinischen Fachpersonen, die Sie betreuen.
Wie sagt man so schön: Wissen ist Macht! Je besser Sie informiert sind, desto mehr werden Sie Ihre Situation unter Kontrolle haben. Und desto leichter wird es Ihnen fallen, wichtige Entscheidungen zu treffen.
Das Führen eines Tagebuchs kann Ihnen helfen, Ihre Gefühle besser zu verarbeiten. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, Symptome sowie mögliche Nebenwirkungen Ihrer Therapie systematisch festzuhalten.
In einer Selbsthilfegruppe können Sie Erfahrungen mit anderen Menschen, die in der gleichen Situation sind, austauschen.
Sie können eine grossartige Stütze sein, sowohl praktisch als auch psychisch.
Sprechen Sie mit Ihren Lieben offen über Ihre Erkrankung, Ihre Behandlung und Ihre Sorgen. Je besser sie sich in Ihre Lage versetzen können, desto besser können sie Sie unterstützen.
Das Leben mit einem Multiplen Myelom und dessen Therapie können herausfordernd sein. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Familie, Freund:innen oder eine Selbsthilfegruppe um Unterstützung zu bitten.
Sie kennen die Fragen und Zweifel, die Menschen mit Multiplem Myelom beschäftigen, und können Ihnen daher eine wertvolle Unterstützung sein.
Nehmen Sie jeden Tag so, wie er kommt. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie im Hier und Jetzt selbst beeinflussen können, und auf Ihre aktuelle Lebensqualität. Grübeln Sie nicht über das, was vielleicht sein könnte.
An guten Tagen können Sie sich kleine Ziele setzen: einen Spaziergang machen, eine:n Freund:in anrufen. Schreiben Sie sich eine Liste mit einfachen Aufgaben und haken Sie ab, was Sie geschafft haben. Was offen bleibt, heben Sie sich für den nächsten Tag auf. Versuchen Sie vor allem, Ihr Leben nicht zu plötzlich zu sehr verändern zu wollen.
Es ist wichtig zu erkennen, wenn sich Stress oder negative Gefühle zu einer Depression entwickeln. Wenn das der Fall sein sollte, müssen Sie mit Ihrem:Ihrer Ärzt:in oder einer anderen medizinischen Fachperson darüber sprechen. Diese können Sie zu Psycholog:innen oder Psychiater:innen überweisen, welche Ihnen professionell helfen können.
Anzeichen einer Depression sind unter anderem:
Wenn Sie bedrückt sind, sprechen Sie offen darüber, damit Ihre Freund:innen oder Ihre Familie verstehen, warum Sie niedergeschlagen sind. Bleiben Sie ehrlich im Umgang mit Ihren Mitmenschen und ermutigen Sie diese, Ihnen ebenfalls offen zu begegnen.
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Myelom Patienten Schweiz (MPS)
Die Myelom Patienten Schweiz (MPS) versucht, durch Informationen, in schriftlichen, telefonischen und persönlichen Kontakten unter Betroffenen und mit Ärzt:innen, das Leben für Patient:innen mit Multiplem Myelom und ihre Angehörigen zu verbessern.
Myelom Patienten Schweiz – MPS
c/o Florin Rupper
Wiggenrainstr. 14a
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Die Aufgabe des MPE besteht darin, die Mitglieder zu informieren, aufzuklären und zu unterstützen und sich auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene für die bestmögliche Forschung und den gleichberechtigten Zugang zur bestmöglichen Behandlung und Pflege einzusetzen.
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