
Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung der Plasmazellen. Plasmazellen sind eine Unterform der weissen Blutkörperchen, die im Knochenmark vorkommen und für die Bildung von Antikörpern verantwortlich sind. Eine krebsartig veränderte oder bösartige (maligne) Plasmazelle wird als Myelomzelle bezeichnet.12
Myelomzellen bilden grosse Mengen eines einzigen Antikörpers, des sogenannten Paraproteins (M-Protein). Dieses Eiweiss kann verschiedene Organe schädigen. Zudem verdrängen sich ansammelnde Myelomzellen im Knochenmark die gesunden Blutstammzellen, was die normale Bildung von roten und weissen Blutkörperchen sowie Blutplättchen beeinträchtigen kann. 12
Das Multiple Myelom kann sich in Form von Tumoren, Knochenschädigungen oder einer Kombination beider Krankheitsbilder zeigen. Bei den Knochenschädigungen spricht man auch von «Läsionen». Das Multiple Myelom betrifft die Stellen im Körper, an denen Knochenmark bei Erwachsenen aktiv ist. 12
Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung, die bestimmte Blutzellen im Knochenmark betrifft. In diesem kurzen animierten Video erfahren Sie mehr darüber.
Dieses Erklärvideo erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen des Multiplen Myeloms.
Die Symptome eines Multiplen Myeloms können sehr verschieden sein. Wenn Symptome auftreten, ist es wichtig, dass diese richtig behandelt werden. Zu den häufigsten Symptomen des Multiplen Myeloms gehören:
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Leben mit Multiplem Myelom.
Sie sollten jedoch stets Ihr:e Ärzt:in oder eine Pflegeperson zu Rate ziehen, wenn Symptome bei Ihnen auftreten und vor allem, wenn plötzliche Veränderungen eingetreten sind.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Multiples Myelom zu diagnostizieren. Die Erkrankung kann durch eines oder eine Kombination der folgenden Verfahren festgestellt werden:
Ein Multiples Myelom wird häufig im Rahmen einer Blutuntersuchung festgestellt. Das wichtigste Analyseverfahren ist die sogenannte «Proteinelektrophorese». Dabei werden die im Blut enthaltenen Proteine untersucht. So lässt sich erkennen, ob eine abnormale Konzentration von Immunglobulinen (Antikörpern) vorliegt, die als M-Proteine bezeichnet werden. Ein erhöhter M-Protein-Wert kann ein Anzeichen für ein Multiples Myelom sein. Zur Bestätigung der Diagnose ist jedoch immer eine Untersuchung von Knochenmarkproben notwendig.
Auch der Urin kann im Rahmen einer Elektrophorese untersucht werden. Diese Untersuchung ist hilfreich, da ein Teil der übermässig produzierten Immunglobuline häufig auch im Urin nachweisbar ist.
Auf Röntgenaufnahmen lassen sich Veränderungen der Knochen erkennen. Die Aufnahmen zeigen, ob Hohlräume in den Knochen (Knochenläsionen) vorliegen.
Darüber hinaus können empfindlichere bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um Tumoren ausserhalb des Knochenmarks nachzuweisen:
Knochenmark kann untersucht werden durch:
Absaugen (Aspiration) einer kleinen Menge an Knochenmarkflüssigkeit
Chirurgische Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie)
Mit diesen Untersuchungen kann festgestellt werden, ob und in welchem Umfang Krebszellen im Knochenmark vorliegen.12
Die entnommenen Proben können zusätzlich «zytogenetischen Untersuchungen» unterzogen werden. Dabei lassen sich genetische Veränderungen identifizieren, die auf eine aggressivere Form des Multiplen Myeloms hinweisen können. Solche Befunde können jedoch oft mit einer schlechten Prognose verbunden sein.
Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, dass es verschiedene Klassifikationen und unterschiedliche Stadien des Multiplen Myeloms gibt. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Aspekte handelt. Beide tragen dazu bei, die am besten geeignete Therapie für Sie zu bestimmen.
Die Klassifikation des Multiplen Myeloms gibt Aufschluss darüber, welcher der folgenden Typen bei Ihnen vorliegt:
Wenn bei Ihnen ein MGUS festgestellt wurde, bedeutet dies, dass sehr geringe Mengen an M-Protein im Knochenmark nachweisbar sind. Diese führen jedoch noch nicht zu Symptomen oder Organschäden. MGUS ist eine «gutartige» Erkrankung, das heisst, dass noch keine Krebserkrankung vorliegt. Es ist aber ein frühes Anzeichen, da sich bei 20 % der Betroffenen mit MGUS ein aktives Myelom entwickeln kann.12
Wenn Sie ein MGUS haben, wird Ihr Zustand regelmässig kontrolliert. Eine Behandlung ist in diesem Stadium jedoch nicht erforderlich.
In seltenen Fällen wird eine einzelne Läsion (eine Gruppe von malignen Myelomzellen) festgestellt. Diese ist häufig in Knochen zu finden, geht jedoch nicht mit Zeichen von Knochenmarkanomalien einher.12 Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten eines solitären Plasmozytoms. Häufig wird jedoch die Strahlentherapie als bevorzugte Therapieform eingesetzt.
Ein aktives oder symptomatisches Myelom bedeutet, dass neben anormalen M-Proteinen und malignen Plasmazellen, die im Knochenmark nachweisbar sind, auch Schäden an den Knochen und in verschiedenen Organen, wie zum Beispiel in den Nieren, vorliegen. Wenn Sie ein aktives oder symptomatisches Myelom haben, erhalten Sie wahrscheinlich bereits eine oder mehrere Behandlungen, die Ihr:e Ärzt:in mit Ihnen besprochen hat.
Die Stadienbestimmung gibt das Ausmass der Erkrankung an.
Die Bestimmung des Stadiums (das sogenannte Staging) ist unverzichtbar, um die passende Therapie für das Multiple Myelom festzulegen. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist das Revised International Staging System (R-ISS). Diese basiert auf den Konzentrationen bestimmter Proteine im Blut und berücksichtigt individuelle genetische Merkmale. So lässt sich ein Multiples Myelom in Stadium 1, Stadium 2 oder Stadium 3 klassifizieren.12
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