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Therapie des Multiplen Myeloms
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Therapie des Multiplen Myeloms

Therapieziel

Die Therapie des Multiplen Myeloms verfolgt drei Ziele:12

  • Das Fortschreiten des Myeloms zu stoppen oder zu verlangsamen.

  • Die Phasen zu fördern und zu verlängern, in denen die Symptome teilweise oder ganz verschwinden, die sogenannten «Remissionen».
  • Die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern, zum Beispiel durch Linderung von Symptomen.
Denken Sie jedoch daran, immer Ihr:e Ärzt:in oder das Behandlungsteam um Rat zu fragen, wenn Sie Symptome haben, insbesondere wenn sich diese plötzlich verändert haben.

Behandlungsmöglichkeiten

Für das Multiple Myelom stehen eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die im Folgenden genauer beschrieben werden. Welche Therapieoptionen für Sie in Frage kommen, hängt unter anderem vom Typ des Myeloms, vom Stadium der Erkrankung sowie von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Oft werden mehrere Behandlungsoptionen kombiniert, um eine maximale Wirkung zu erzielen.12

Die Erforschung neuer Behandlungsmöglichkeiten für das Multiple Myelom entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neben den im Folgenden beschriebenen Therapien können sich daher auch zusätzliche Optionen aktuell in der Entwicklung befinden.

Ihr Behandlungsteam hat Ihnen möglicherweise eine der folgenden Therapien oder eine Kombination mehrerer Behandlungsformen verordnet. Wenn Sie die einzelnen Therapieoptionen anklicken, werden weitere Informationen dazu angezeigt.

Bei einer Therapie des Multiplen Myeloms erhalten Sie von Ihrem Behandlungsteam wichtige Informationen. Lesen Sie zudem immer die Patient:inneninformationen Ihrer Medikamente.

Das Multiple Myelom und seine Therapien verstehen

Hier herunterladen:

Die Medikamente bei Multiplem Myelom basieren auf folgenden Behandlungsoptionen:

Proteasom-Inhibitoren (PI)

In einer normalen Zelle werden Proteine durch eine kleine Zellstruktur abgebaut, die als «Proteasom» bezeichnet wird. Dieses Proteasom ist eine Art Abfalleimer, in welchem gebrauchte recycelt werden. Da Krebszellen einen erhöhten Stoffwechsel haben, nutzen sie diese Proteasomen sehr intensiv zur Aufrechterhaltung ihrer Zellfunktionen. Die Hemmung der Funktion der Proteasomen führt letztendlich zum Absterben der Myelomzellen.1

Immunmodulatoren (IMiD)

Diese Medikamente wirken direkt auf Krebszellen und regulieren zudem bestimmte Bestandteile des Immunsystems. Sie können bestimmte Immunzellen aktivieren und Wachstumssignale für Krebszellen ausschalten. Indem Sie das Immunsystem auf diese Weise «modulieren», nutzen Sie die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen den Krebs.1

Monoklonale Antikörper (mAk)

Diese Antikörper werden als Immuntherapien eingesetzt, um das körpereigene Immunsystem dazu anzuregen, Krebszellen zu eliminieren. Die Antikörper binden zielgerichtet an bestimmte Proteine auf der Oberfläche von Tumorzellen. Dadurch erkennt das Immunsystem diese Zellen und bekämpft sie. Einige der monoklonalen Antikörper können auch direkte Wirkungen gegen Myelomzellen entfalten und die malignen Zellen abtöten.

Bi-spezifische Antikörper

Bi-spezifische Antikörper werden künstlich im Labor hergestellt. Sie können zwei Ziele gleichzeitig binden. Im Falle des Multiplem Myeloms, verankern die Bi-spezifischen Antikörper zur selben Zeit eine Krebs- und eine T-Zelle aus dem körpereigenen Immunsystem miteinander. Die T-Zellen werden dadurch aktiviert und können die Krebszellen effektiv bekämpfen und zerstören.

Kortikosteroide

Kortikosteroide werden seit langem in der Therapie des Multiplen Myeloms eingesetzt, weil sie in hohen Dosen Myelomzellen abtöten können. Sie werden häufig in Kombination mit anderen Anti-Myelom-Medikamenten eingesetzt.2

Histondeacetylase-(HDAC-) Inhibitoren

HDAC-Inhibitoren töten Zellen ab, indem sie bestimmte Enzyme stören und dadurch die genetischen Strukturen von Krebszellen schwächen.

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC)

Antikörper, die über einen sogenannten Linker an ein Krebsmedikament oder ein Therapeutikum gebunden sind, werden eingesetzt, um Krebszellen aufzuspüren und in diese einzudringen. Im Inneren der Krebszellen wird das Krebsmedikament freigesetzt, um das Zellwachstum zu unterbinden und den Zelltod herbeizuführen. Zudem können die Antikörper selbst das körpereigene Immunsystem aktivieren und dadurch die Elimination von Krebszellen zusätzlich unterstützen.

Selektive Inhibitoren des nuklearen Exports (SINE)

Die Oberexpression des Proteins Exportin 1 (XP01) spielt eine wichtige Rolle für das Überleben von Krebszellen und ist mit schlechteren Behandlungsergebnissen verbunden. SINE blockieren die Aktivität des XP01-Proteins, wodurch das Wachstum von Krebszellen verhindert und Krebszellen abgetötet werden.

Chemotherapeutika werden entweder in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen (orale Anwendung) oder intravenös (über einen Tropf) verabreicht. Sie sollen Krebszellen abtöten.2

Bei dieser Form von Transplantation stammen die Stammzellen von einer anderen Person, und zwar von einem kompatiblen Spender:in – üblicherweise von eine:m Geschwisterteil. Die allogene Transplantation zielt darauf ab, das Immunsystem des:der Spender:in zu nutzen, um das Myelom der Patient:innen zu bekämpfen.12

Diese Transplantationen sind jedoch mit Risiken verbunden. Die schwerwiegendsten Risiken sind das erhöhte Infektionsrisiko und das Risiko der Abstossung der transplantierten Spenderzellen.

Ein Problem bei der Chemotherapie ist, dass diese in hohen Dosen verabreicht die Stammzellen im Knochenmark zerstört. Da sich aus den Stammzellen die Blutzellen entwickeln, sind die Stammzellen für die Blutbildung unverzichtbar. Das Problem lässt sich dadurch lösen, dass der Patientin oder dem Patienten vor einer hochdosierten Chemotherapie Stammzellen entnommen werden, die ihm im Anschluss wieder zurückgegeben werden können. Weil Patient:innen ihre eigenen Zellen zurückgegeben werden, wird dieses Verfahren «autologe» Stammzelltransplantation genannt.12

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine bestimmte Art von Immuntherapie, die das Immunsystem im Kampf gegen Krebserkrankungen, wie zum Beispiel das Multiple Myelom, unterstützt. T-Zellen sind eine Gruppe von weissen Blutkörperchen, die im Immunsystems dafür verantwortlich sind, fremde Zellen im Körper zu bekämpfen. Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden Patient:innen körpereigene T-Zellen entnommen und im Labor zu CAR-T-Zellen umprogrammiert. Die CAR-T-Zellen werden der Patientin oder dem Patienten über eine Infusion wieder zugeführt und können nun Myelomzellen erkennen und bekämpfen.

Erfahren Sie mehr über den CAR-T-Prozess.

Therapietreue

Was ist Therapietreue (fachsprachlich auch als «Adhärenz» bezeichnet)?

Ihr:e Ärzt:in hat Ihnen Medikamente verordnet, welche Ihre Gesundheit verbessern sollen. Wenn Sie die Behandlung wie mit Ihrem:Ihrer Ärzt:in vereinbart durchführen, werden Sie als therapietreu oder «adhärent» betrachtet.

Was ist fehlende Therapietreue bzw. «Nichtadhärenz»?

Wenn Sie Ihre Medikamente nicht wie verordnet einnehmen oder anwenden, werden Sie als «nicht adhärent» betrachtet. Das bedeutet:

  • Sie nehmen nicht die richtige Dosis ein (z. B. wenn Sie eine Einnahme vergessen).
  • Sie nehmen Ihr Arzneimittel zum falschen Zeitpunkt ein.
  • Sie brechen Ihre Behandlung von sich aus ab.
  • Sie nehmen Lebensmittel oder Getränke zu sich, die die Wirkung Ihres Arzneimittels beeinflussen können.

Warum ist Therapietreue so wichtig?

Wenn Sie Ihre Behandlung nicht wie verordnet einhalten, sollten Sie bedenken, dass:

  • Ihre Behandlung weniger wirksam sein wird.
  • Das Risiko für Nebenwirkungen steigen kann.
  • Das Risiko für Komplikationen steigt.

Die Nichteinhaltung Ihrer Behandlung kann ausserdem:

  • Die Eindämmung Ihrer Erkrankung erschweren.
  • Ihre Erkrankung verschlimmern.
  • Ihre Symptome verstärken.
  • Dazu führen, dass Sie stationär behandelt werden müssen, was ansonsten vermeidbar gewesen wäre.
  • Ihre Lebensqualität und Ihre Lebenserwartung negativ beeinflussen.

Nachsorge

Während Ihrer Behandlung werden Sie regelmässige Kontrolltermine haben, bei denen Sie alles, was Ihnen Sorgen macht, ansprechen können. Sie sollten dabei alle Symptome erwähnen, auch wenn Sie diese für geringfügig halten.

Am Ende Ihrer Behandlung wird Ihr Behandlungsteam den Therapieerfolg neu bewerten. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Die anormalen Proteine in Ihrem Blut und Urin
  • Eine Untersuchung des Knochenmarks
  • Eine Untersuchung Ihrer Knochen mittels Magnetresonanztomographie, ergänzt durch PET-Untersuchungen und Röntgenaufnahmen.

Diese Untersuchungen zeigen, wie vollständig Ihre Remission ist. Je vollständiger die Remission, desto länger hält sie in der Regel an. Auf Grundlage der Ergebnisse legt Ihr:e Ärzt:in fest, in welchen Abständen Sie zu Kontrolluntersuchungen erscheinen sollten.

Es ist wichtig, dass Sie Ihr:e Ärzt:in auch ausserhalb dieser geplanten Kontrolltermine konsultieren, wenn Sie besorgniserregende Symptome haben. Das gilt besonders bei auftretenden Schmerzen oder erhöhter Körpertemperatur. Warten Sie in solchen Fällen nicht bis zum nächsten regulären Arzttermin.

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